Die erste eigene Yacht einzurichten ist ein bisschen wie Weihnachten feiern. Und die „Ocean Life 1“ segelt fantastisch! Wenn da nur nicht der gestrenge Prüfer wäre.

Sie ist fertig. Also: Fast! Unsere „Ocean Life 1“, eine Bavaria Cruiser 37. Sie liegt nun in Lemmer, fertig aufgeriggt von Kai Linnenbrügger von „45° Nord“.
Das war schon ein besonderer Moment für mich. Vielleicht nicht ganz so aufregend, wie wenn ein Privateigner das erste Mal auf seiner vom Munde angesparten Yacht steht. Für uns ist die „Ocean Life 1“ ja eher ein Arbeitsgerät. Aber als dann ihr Namenszug auf den Rumpf aufgebracht wird – doch, das ist schon ein Gänsehautmoment, keine Frage.
Wie man das Vorstag montiert, dann das Vorsegel an der Rolltrommel des Vorstags einhängt und hochzieht: all das ist anfangs sehr spannend. Vorher aber mussten noch viele andere Dinge gemacht werden. Erstmal war es ja ein bisschen wie an Weihnachten – ich hab all die Sachen ausgepackt, die aus England geschickt wurden, die ganze Sicherheitsausrüstung etwa, die von Suffolk Marine Safety kommt. Doch dann musste ich natürlich auch lauter Listen abhaken, kontrollieren, ob alles da und alles drin ist. Dabei kam heraus, dass bestimmte Dinge beim Zoll hängen geblieben sind, zum Beispiel die Seenotsignalmittel.
Im Grunde war mit Auspacken und Einsortieren ein ganzer Tag schon gut ausgefüllt. Jetzt geht es darum, die YACHT für die RYA und die MCA Codierung fit zu machen, also für die Yachtmaster-Ausbildung und das britische Seefahrtsministerium. Da geht es dann auch mal um kleine Bildchen, die man auf die Luken kleben muss, und auf denen steht: „Do not open at sea“. Oder um die Anbringung von Taschenlampen in den Gästekabinen. All das ist ganz genau definiert und geregelt.
Schließlich war dann der Prüfer war da und hat vier Stunden lang alles genaustens dokumentiert. Was wo ist. Wie der Zustand ist. Wann was abläuft. Am Ende hat es trotzdem noch nicht ganz gereicht – die RYA Codierung ist einfach sehr streng. Bei der Elektrifizierung müssen wir nun noch nachbessern, zum Beispiel müssen wir noch eine eigene Bilgenpumpe in der separaten Motorbilge installieren. Da kommt noch einiges auf uns zu! Aber im Juli wollen wir fertig sein.

Bernhard Hofer und ich haben übrigens trotzdem schon mal einen Probeschlag gemacht. Noch ein Gänsehautmoment! Das war cool. Das war erhebend. Das macht mich stolz. Es ist immerhin die erst Yacht, die wir aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanzieren können. Die „Ocean Life 1“ segelt fantastisch, vor allem bei Lichtwind. Und wer weiß, ob nicht nächstes Jahr eine „Ocean Life 2“ dazu kommt.
Die Reihe ist jedenfalls nach oben offen.
Freut sich:
Eure Clemens